102 New Visitor Center Unesco Geopark Muskauer Faltenbogen in Bad Muskau, Germany


Bad Muskau, Germany

Der Kontext des Projekts ist in jeglicher Hinsicht einzigartig: ein grenzüberschreitendes Weltkulturerbe an der Grenze zwischen Deutschland und Polen, bestehend aus herausragenden baulichen Denkmälern, die von einer beeindruckenden Landschaft umgeben sind. In einem so erwürdigen Kontext lässt sich unser Vorschlag sowohl vom Kulturerbe – den beiden Schlössern und dem Kavalierhaus – als auch vom Naturerbe – dem UNESCO Geopark Muskauer Faltbogen und seiner reichhaltigen Landschaft und Vegetation inspirieren.

Der Anbau ist als einfaches, schlankes Dach auf der Nordseite des Kavalierhauses gedacht, das alle notwendigen Programmteile beherbergt: den neuen Eingang, der Ausstellungsrundgang sowie den Tertiärhain und die vertikalen Besucherströme. Mit Hilfe eines minimalen architektonischen Ausdrucks wollen wir das bestehende Kavalierhaus ergänzen, anstatt mit ihm zu konkurrieren. Tatsächlich wirkt das zweistöckige Museumsgebäude von außen gesehen wie ein einstöckiger Pavillon, der eine bescheidene Silhouette erzeugt. Die Erweiterung wird als dünnes horizontales Element gelesen, das sich mit der Landschaft vermengt, sie anreichert und ein dynamisches, nachhaltiges und kosteneffizientes Gebäude schafft.

Die Bespielung ist nach den Prinzipien des Pücklerschen C-Plans organisiert, wie in “Andeutungen über Landschaftsgärtnerei” von 1824 angedacht wird. Unter einer einzigen Dachkonstruktion werden die beiden Hauptausstellungsstreifen durch undurchsichtige Dachelemente akzentuiert, während wir im zentralen Raum ein bedienbares Dach vorschlagen, das sich mit einem internen „Balkon“ zum Tertiärhain und zur Terrasse des Cafés hin erschließt. Diese vorgeschlagene Anordnung stellt eine durchgehende Zirkulationsschleife im gesamten Gebäude dar, verbindet Neu- und Altbau miteinander und macht damit die Integration der Räume im Altbau als Teil eines integralen Ganzen möglich. Dieser Bogen umrundet den “Tertiärhain”, unterstreicht so dessen Bedeutung als Herzstück des Gebäudes und ermöglicht den Blick auf diesen aus verschiedenen Sichtwinkeln und Perspektiven.

 

Location:
Bad Muskau, Germany
Program:
3,200 m2 Visitor center and Museum, Café, Education center and Garden
Year:
2021
Status:
International Open Competition 3 Stages – 2nd Prize
Collaborators:
Atelier soto Landschaft, Basel ; Structure: WMM, Basel; Facade: XMADE, Basel; Visualizations: studio KMH, Barcelona; Model: Mathias Pfister, Basel; Blanca Dom, Berlin; Regine Meyer, Cordoba; Alexander Poetzsch Architekten, Dresden PEZ: Wojciech Motyka, Felipe de la Cierva, Esther Gajdacz, Daniel Zarhy and Pedro Pena
Date: February 10, 2022